am rande des sees stand mal ein mädchen
dünnelfig ein hauch mehr
als ein wesen
und schaute durch das blasse nebelglas der welt
eine dünne linie von hier von dort
der letzte schritt
sie durchbrach das glas des sees
und verblasste
am rande des sees stand mal ein mädchen
dünnelfig ein hauch mehr
als ein wesen
und schaute durch das blasse nebelglas der welt
eine dünne linie von hier von dort
der letzte schritt
sie durchbrach das glas des sees
und verblasste
danke für diese schönen traumbilder, die ihr uns heute geschenkt habt!
der nächste impuls ist enger an vorgaben geknüpft und eine übung aus dem buch von martina weber „zischen handwerk und inspiration“.
die vorgabe lautet, vier vorgebene wörter in zwei strophen je einmal zu verarbeiten. die vier wörter kommen also einmal in der ersten und dann in der zweiten strophe vor – der text umfasst auch nicht noch weitere strophen. was an vorgaben eng erscheint, kann dennoch viele möglichkeiten bieten. vor allem ist es spannend zu sehen, wie unterschiedlich wir alle diese eine vorgabe umsetzen werden. oder anders gesagt: und sei die vorgabe noch so eng: wir machen sie vielfältig!
irgendwann zwischen zwei uhr achtunddreißig und drei uhr zwei
muss es gewesen sein
als ein magnolienblatt fiel
es bettete sich zwischen einzelnen lakenfalten
und wachte
samtblättern
ich war teil einer collage geworden
nannte mich
still leben mit baum
ich mag den sprachwolf und andere sprachspiele. ich finde, wir haben in den texten heute ungeahnte kombinationen und sprachbilder entdeckt – und vielleicht auch etwas mehr mut bekommen, anderes zu wagen.
beim achten impuls gibt es wieder etwas aus der twitter-timeline. einfach, weil dort in so wenigen zeichen manchmal alles gesagt ist – und sich zugleich alles öffnet!
und so lautet der #frapalymo-impuls für das gedicht am 8. november: „ich habe geträumt, ein baum wuchs ins zimmer. jetzt vermisse ich ihn.“* das ist ein tweet von ina steg aka @tschabuhjahhh von mitte oktober. ich finde, ein wunderbares beispiel für „alles gesagt, alles offen“. ich wünsche uns allen viel offenheit beim schreiben dazu!
durften wir diesem
nicht gelee moment glück
da bestehen da damals du
sitzen hatten den nichts
du regens
tun
bereits wurden alles
in geschichten
ah, die konservendose – was könnte sie nicht alles außer erbsen und bohnen beinhalten! danke für so viele texte mit biss, wehmut, schmerz, makabrem…
ich bin angeregt von meinem eigenen konservendosenquatschgedicht ein wenig in quatschlaune. lasst uns also albern sein oder anders ausgedrückt: mit vollem ernst sprache, bilder, inhalte biegen.
kaum etwas besseres bietet sich da an als ein automatengedicht. die #frapalymo-wiederholungstäter rufen jetzt entweder laut „oh nein, nicht das wieder“ oder jubeln „yeah“ (wie ich). alle anderen dürfen offen sein und sich auf den versuch einlassen.
kugeln kichernde kicherbohnen kichernd
zwischen zwergenzwetschgen ein einerlei eintopf
aber anders aber alles andere als
lecker döst die dose
bleibt besser bevorratet ungeöffnet ungeschmeckt unter
staub
wirklich erstaunlich und wunderbar, wie uns musik inspiriert und vor allem, welch unterschiedliche bilder die musik in uns auslöst. von den kunsttransfer-impulsen wird es noch weitere geben.
für den #frapalymo-impuls für das gedicht am 6. november habe ich mich in der küche inspirieren lassen, und er lautet: „was alles in eine konservendose passt.“ ich bin gespannt, was ihr an wörter da hineinpackt. viel spaß beim befüllen!
und das kleingedruckte: gebt mir gerne über mail oder twitter bescheid, wenn ihr mitdichtet, dann kann ich den link zu eurem blog tweeten. oder stellt euer gedicht oder den link zu eurem gedicht an dem jeweiligen tag in das kommentarfeld unter meinem gedicht ein. kennung über twitter ist #frapalymo und ich bin @fraupaulchen.
dem strand entgegen rufen sie hinterlassen brachboote atemluftschwer
auf see wellen sich wellen in schwindel
erregender fahrten entgegen des zurücks brüllen sie
lärmen sterben ungesehen wie sie gekommen gegangen
am anderen ende steht einer und lacht
danke für so schöne herbsttexte! wie schön sich die bilder fortgesetzt haben in euren texten!
ebensolch wunderbare bilder wird der nächste #frapalymo-impuls bei euch auslösen, da bin ich mir sicher. denn morgen lassen wir zunächst die musik sprechen und zwar mit unserem ersten kunsttransferimpuls. kein anderer als mein lieber klaus aka @reticulum hat den impuls für uns ausgesucht – auch das eine tradition, die ich nicht missen möchte. danke dir, du lieber!
und so lautet der impuls für das gedicht am 5. november: „lasst euch von der musik zu einem text inspirieren.“ gutes hören, gutes tonbebildern und gutes schreiben wünsche ich!