plädoyer
indessen
(was ich denke)
überall
wo alles kaum jemals
erfolgreich
es sei denn
ansicht: gerecht
(ganz übel)
wie gesagt
bedenke
ich werde (wunder)
plädoyer
indessen
(was ich denke)
überall
wo alles kaum jemals
erfolgreich
es sei denn
ansicht: gerecht
(ganz übel)
wie gesagt
bedenke
ich werde (wunder)
nachgefühl nachgefühlt
sich wie
rühret
fühl
durchglüht
schönen der solchen mich glühen und wieder
tue das nicht wieder
wenn
geglüht mir ich von in mir
im
mich ich
bedenk einst rosen reben verlangen
wenn wangen blühen und
ich ich
ich den ich
unbestimmt rinnen
doris geschieht
gerade in diesen tagen voller tumult und gesellschaftlichen wie politischen ups and downs tut ein aufbegehren gut. und wir bieten in unseren verdichteten texten ein facettenreiches und mannigfaltiges aufbegehren. gut so!
morgen wird es chaotischer, witziger, leichter und verspielter, denn mir war sehr nach dem automatengedichtautomaten… und hoffentlich geht es euch auch so.
dieser impuls ist ein evergreen des #frapalymo. man kann dem automaten kaum müde werden, denn er schüttelt texte ordentlich durcheinander – und wenn man es zulässt, auch das eigene schreiben. der impuls für das gedicht am 12. november des #frapalymo lautet: „wolft einen text im automatengedichtautomaten“.
unglaublich immer wieder, wie wortgewaltig und stark einsilbige texte sein können. das dichte wird dichter, der ausdruck stärker. wir starten mit wörtern, die zu lang sind und finden alternativen, die besser sind. es ist ein sprachspiel. also mir hat das schreiben, suchen, finden und lesen spaß gemacht!
falls das bei euch nicht der fall war, habe ich als „gegen“ den richtigen impuls für euch.
der impuls für das gedicht am 11. november des #frapalymo lautet: „über das aufbegehren“.
morgen könnt ihr kontra geben und stellung beziehen, das politische oder pubertäre hervorheben oder alles andere, was „aufbegehrlichkeiten“ weckt.
fort
blass weiß die nacht
wer ritt
durch wald
wer lief im wind
ein geist wohl kaum
und doch
ein spuk
ließ weiß das moos und blass den mond
fort fort
geh fort
fort rief ich
mir zu
bloß weg von hier
ich
blieb
sah sank und starb
den tod
im frost blass weiß
fort
nacht und spuk
ein poetischer impuls sorgt doch gleich für ganz eigene feingewobene gedichte. wow! einer meiner highlight-tage bislang! danke euch allen für so viele textgeschenke!
dass ihr herausforderungen gut könnt, weiß ich, deshalb kommt hier die nächste. auch diesen impuls hatten wir bereits einmal, zweimal oder sogar bereits dreimal? die wiederholung macht ihn allerdings nicht einfacher, so viel kann gesagt werden…
der impuls für das gedicht am 10. november des #frapalymo lautet: „benutzt in eurem text nur einsilbige wörter“.
risse
entzweiung entfremdung bruch
abstand
zwischen zwei
mirs ichs
blicke ich zurück zur nacht
greife nach den buntstiften
mit so vielen feinen antworten auf max frischs frage wäre er wohl mehr als einverstanden! danke, dass ihr große themen wie die liebe und große fragen wie hoffnung und denken so fein verdichtet und euch auf die impulse einlasst.
immer wieder greife ich als impuls auch tweets aus meiner timeline heraus, und für morgen ist das just der fall.
der impuls für das gedicht am 9. november des #frapalymo lautet: „nächte, die einen durchsichtigen riss in der haut hinterlassen.*“ – nach einem tweet vom 23.10. von @meernotizen
antwort
was bliebe noch (oder die vernunft)
wenn das eine nicht (oder die wahrheit)
nur das andere das wiederum
unzulänglich (manche sagen unzureichend) hinlänglich
jedenfalls wäre es (dieses existierende am existenzminimum hängende mitunter demselben überdrüssig werdende was vielerorts falsch einsortiert da falsch gefühlt ja gelebt wird und sich doch als das fünkchen begreifen mag sich selbst wohlverstehend ja dieses)
keine hoffnung kein denken kein leben (antwort) (mehr gibt es nicht)
vielen dank für so wunderbar umgesetzt geräuschtexte! ich mag diese medientransfers gerne, denn sie katapultieren uns hinaus und weg vom weißen blatt. sie sprechen uns auf andere weise an, als direkt und unmittelbar mit der sprache. und doch: ich merke, dass ich selbst noch nicht im dichtungsmodus bin, meine sprache noch nicht die meine ist, das dichten stockt, nicht fließt. kurzum: ihr tragt mich mit euren texten sehr. meine texte tragen mich noch nicht. aber auch solche tiefs gibt es, und deshalb ist es gut, weiterzugehen. texte stehen lassen zu können zum abhängen, reifen. und später zu beurteilen, ob sie bleiben und sich verändern dürfen oder ob sie einfach gehen dürfen.