die vierte raunacht geht in den körper, und der funkenschlag bringt folgendes gedicht zu tage:
raunacht 3 – die goldene walnuss
die dritte nacht: neue gedanken beschäftigen mich und meinen kern, den ich mir als begleiter für 2012 ausgesucht habe. eine goldene walnuss. golden, weil die diva in mir zum vorschein kam. und ich etwas glamour benötige. walnuss, weil ich sie eine so nahrhafte frucht ist, und ich einfach nahrung benötige. seelennahrung. körpernahrung. geistige nahrung. nahrung. eben.
und was ich beim beschäftigen mit mir und meinem neuen 2012-kern festgestellt habe: es geht bei mir um das loslassen. zulassen. zu sich kommen lassen. deshalb kam dann folgendes gedicht heraus:
die ersten zwei raunächte – ein paar gedanken dazu
ein poetisches tagebuch für die zukunft verspricht der e-mail-kurs von michaela zu sein. die zweite raunacht liegt hinter mir und bereits jetzt treten schattengedankenwesen ans tageslicht, die erstaunen, überraschen, erschrecken, mich berühren. es ist eine zeit des nachdenkens und innehaltens, des tief blickens: sich zeit dafür zu nehmen und gedanken zuzulassen. sie aus ihren verborgenen seen herauszufischen. nicht immer angenehm, was da zum vorschein kommt.
ein schreibnacht-gedicht: zärtlich
zärtlich
porös unsere haut durch
lässig lagen auf lagen
schollen in schichten am see
springen tränen eisern
die wange hinab
in zwei schneidet sie der wind
wir kämpfen uns bis zum
ersten schritt auf dem eis porös
wie unsere haut einbricht
im bahnhof
schmallippig sitzt sie
in der wartehalle des bahnhofs
ein kleiner koffer neben ihr
auf dem boden dieser gefließt
aus holz die bank ihre hände
gefaltet in sich gekehrt
laufen menschen vorbei
sie sitzt schmallippig
in der hetze auf ihrem platz
schon warm das holz
spürt sie nicht
die minuten gehen
an ihr vorbei unbeachtet
sitzt sie schmallippig
in der wartehalle des bahnhofs
im winter
läuft sie läuft
unbeeindruckt von kälte
um sie herum
ein schirm als stock
die stütze tut ihr gut
ihr blick es ist ihr blick
er geht vorbei
unbeeindruckt von ihr
[ich muss gestehen, ich bin gerade fan davon, fotos als impulse für meine gedichte zu nehmen. auch das "im winter" ist impulsresultat dieses fotos]
im gebet
im gebet
die hohen hallen stein
boden säulen die in den
himmel ragen staub bricht sich
im licht das kirchenfenster
zwischen himmel und erde
ein einzelner mönch im gebet
ich atme amen ein und aus
das haupt geneigt zur erde vor gott
sind wir alle gleich ein jeder ob mann ob frau
still ruhig vielleicht
höre ich in mir gottes stimme zu mir sprechen
betrachtet er
die schönheit der gott geschaffenen welt
auch nur die muster auf den fließen
von musen geküsst das jahr ausklingen lassen
ein abend mit musenküsse / der zauber einer nacht traumlos / finde ich ohne stimmen in den morgen / flüstert mir das gewissen nur ruhe ins ohr leise leise leise / am ende dieses jahres nicht immer angetrieben / sondern noch einmal durchatmen / die restlichen tage den alten bekannten 2011 / verabschieden ziehen lassen / nur noch weniges auf einem plan stehen / selbst gemacht und gepeitscht von einer liste / dabei vergessen vergessen was eigentlich ist / nämlich innehalten / einatmen ausatmen / die poesie spüren fließt sie durch hände und finger / worte gestalten sich zu gefühlen / erinnerung
Das Monatsgedicht im Dezember
Nachtgedanken - so lautete das Thema für die Monatsgedichtrunde im Dezember. Gestern ist Marlies Blauth mit ihrem Gedicht "nachts" ausgezeichnet worden. Wohl verdient und herzlichen Glückwunsch! Ich habe auch wieder mitgemacht. Hier sind meine Nachtgedanken:
Rückblick #frapalymo 2011 und kleines Fazit
Nun ist der erste #frapalymo – Frau Paulchens Lyrik Monat – also vorbei. 30 Tage, 30 Gedichte, no excuses. Es war nicht immer einfach, jeden Tag wirklich zu schreiben und dann auch noch mit dem Geschriebenen zufrieden zu sein. So war das jedenfalls für mich. Aber ich war doch immer wieder erstaunt, wie schön sich die Impulse in Poesie gesetzt und dort genistet haben. Und vielleicht ist nicht jedes Mal direkt ein Höhenflug entstanden, aber doch ein erster lyrischer Flaum, der es verdient, gestreichelt und gepflegt zu werden. Damit er weiter wachsen und robuster werden kann.