#frapalywo tag 2, text 2 – im wiederweg/geborgte worte

leise

psst psst leise
mein mädchen
leise

ein blick zurück
ein weiteres wort

flüsterstimmen nur
hörst du sie
leise leise

im wiederweg*
bei den holunderbüschen
dort

haben sich deine
erinnerungen verfangen

pssst
leise

das vergessen
soll ein weilchen noch
an dir vorbeigehen

leise
mein mädchen
leise

weck es nicht

*kursiv: geborgt von alfred kolleritsch aus “landschaft“

#frapalywo geborgte worte-impuls für tag 2

wie schön, dass ihr euch so auf die ersten geborgten worte bei der siebten #frapalywo (frau paulchens lyrik woche) eingelassen habt! herzlichen dank! ich finde, dass tranströmer ein ganz starker dichter ist, und seine zeilen lassen mich anders schreiben. ich bin sofort in anderen bildern und lese aus vielen eurer texte, dass euch das ähnlich ging.

begeben wir uns also zur nächsten leihgabe…

der impuls für text 2 lautet: „im wiederweg“ – nutzt dieses bild von alfred kolleritsch aus seinem gedicht “landschaft“ und bettet es in euren eigenen text ein. read more

#frapalywo tag 1, text 1 – anfangszeile/geborgte worte

es sind genug worte in diesem raum

heute nacht bin ich unten beim ballast*
ich muss schauen wie es ihm geht
ob er leidet

heute nacht leiste ich ihm gesellschaft
wo wir gemeinsam jeder für sich
einander bedingen
im dunkeln

wir schweigen

es sind genug worte in diesem raum
es bedarf keinen weiteren

wir lesen sie puttelgleich
ohne licht
gemeinsam jeder für sich

denken
an den weg und die zeit

heute nacht
morgen früh

bin ich weiter

*kursiv: geborgt von tomas tranströmer aus „nachtdienst“

#frapalywo geborgte worte-impuls für tag 1

willkommen bei der siebten #frapalywo – frau paulchens lyrik woche! erneut geht es um 7 tage, 7 texte, 1 thema. in den nächsten tagen widmen wir uns den eigenen worten mit den worten anderer, den worten anderer mit den eigenen worten, den worten.

wir wollen wörter, textzeilen, titel und vieles mehr borgen und sie in unser schreiben einbinden. ein kopieren ist es im wenigen. doch vielmehr soll es ein aufbruch zum anderen eigenen schreiben sein. indem wir uns beeinflussen lassen vom duktus, einem bild, einem rythmus. indem wir uns mit „borgungen“ anderer beschäftigen, beschäftigen wir uns mit der veränderung in unserem eigenen schreiben. read more

#frapalywo, 7. auflage – geborgte worte

bereits einige tage alt ist dieses neue jahr und trägt dennoch seinen eigenen geschmack weiter. nach unbekanntem, das sich zu wagen lohnt, nach bewährtem, das sich zu wiederholen lohnt, nach beständigem, das sich zu verändern lohnt. auch in diesem jahr möchte ich mich und euch zum dichten anregen und euch zur siebten auflage der #frapalywo – frau paulchens lyrik woche – einladen.

#frapalywo bedeutet 7 tage, 7 texte, 1 thema. die lyrikwoche ist eine art spin-of des #frapalymo. sie steht für sich selbst, lädt zum mitmachen ein und erlaubt dichten und verdichten, austausch und miteinander, lesen und denken. und sie ist themenspezifisch. read more

das war die dreizehn

die vermeintliche unglückszahl dreizehn haben wir mit diesem dichtermonat (aka #frapalymo aka frau paulchens lyrik monat) gut gemeistert, finde ich. ein hoch auf zarte, starke, kurze, lange, berührende, bewegende, fragende, antwortende texte! ich danke euch sehr, dass ihr – zum teil schon seit einigen jahren, zum teil ganz frisch –diesen weg der bilder und worte mit mir geht.

30 texte ist kein pappenstiel! ich stelle das selbst immer wieder fest, wie viel disziplin erforderlich ist. auch dann zu dichten, wenn es eigentlich nicht so „mein“ impuls ist, wenn mir der kopf nach ganz anderen dingen steht. hochachtung und glückwunsch deshalb an alle, die 30 impulse für sich genutzt und verdichtet haben. und herzlichen dank an alle, die immer wieder zu dieser fülle beigetragen haben. wer impulse verpasst hat, später eingestiegen ist oder zwischendurch pausiert hat: die impulse sind da und können von euch nachträglich genutzt werden – oder auch und selbstverständlich ohne twitter oder blognachtrag im eigenen schreibraum bestehen. read more

#frapalywo tag 7, text 7 – verankert/wasserwoche

jenseits

auf grund
denkst du bist du
das verstörerische zerstörte als kompagnon deiner selbstverständlichkeit
(die eltern hatten recht als sie dir davon abrieten wohin kind
hatten sie gesagt soll das führen wohin hattest du erwidert
es mich treibt)
und nun
bist du denkst du
an diesem ort jenseits des wünschens
wo die nacht den tag gefressen
und die ratten nehmen den rest
(und das gefühl des treibens ein stück unangenagte erinnerung auf einem häufchen das keiner will)
auch die eltern nicht denn die hatten recht read more

#frapalywo wasser-weite-impuls für tag 7

ach, so schnell geht manchmal eine woche vorbei. hier kommt bereits der letzte impuls für diese ganz und gar famose wasser-und-weite-woche! ich wiederhole mich gerne: eure texte sind wunderbare bildwortklanggeschenke für mich.

morgen gibt es noch einen letzten text, ein paar abschließende worte und vor allem ein hinblicken auf den dichtermonat. doch zunächst wenden wir uns tag 7 der #frapalywo zu. der impuls lautet: „verankert“. wie verankern sich eure neuen bilder im text?

das kleingedruckte: gebt mir gerne über mail oder twitter bescheid, wenn ihr mitdichtet, dann kann ich den link zu eurem blog tweeten. oder stellt euer gedicht oder den link zu eurem gedicht an dem jeweiligen tag in das kommentarfeld unter meinem gedicht ein. kennung über twitter ist #frapalywo und ich bin @fraupaulchen. read more

#frapalywo tag 6, text 6 – fangfrisch/wasserwoche

paarweise

ich mag keinen fisch sagst du als du den karpfen siehst
aber es ist weihnachten erwidere ich
das ist mir egal meinst du
das gehört sich so ich
aber ich mag keinen fisch du
das bringt glück sagt man ich
das ist mir egal du
versuche ihn der ist lecker ich
ich esse keinen fisch deinen fisch ess ich nicht du
wir setzen diese bedeutungsvolle nichtkonversation als zeichen
unserer verbundenheit bis zum nachtisch fort
zu dem es die plätzchen deiner mutter gibt
wenigstens diese seite der familie klappt
du read more

#frapalywo wasser-weite-impuls für tag 6

das uferlose ist segen und fluch zugleich, nicht wahr? ich finde es toll zu sehen, wie schön und nahezu grausam zugleich die assoziationen mit einem einzelnen wort sein können.

für tag 6 der #frapalywo wenden wir uns den gaben des wassers zu und tischen mächtig auf. der impuls lautet: „fangfrisch“. welchen text serviert ihr dazu?

das kleingedruckte: gebt mir gerne über mail oder twitter bescheid, wenn ihr mitdichtet, dann kann ich den link zu eurem blog tweeten. oder stellt euer gedicht oder den link zu eurem gedicht an dem jeweiligen tag in das kommentarfeld unter meinem gedicht ein. kennung über twitter ist #frapalywo und ich bin @fraupaulchen. read more