bemantelte damen und herren. die gesichter vor sich gerichtet. ein paar wortfetzen. von anderen.
laut sprecher stimme. fester umklammerte aktentasche, die andere hand kaffeebecherwarm. der blick wendet sich der herkunft zu.
büschelweise menschentrauben. die frühlese. die spätlese. das dazwischen ist irgendwo.
jeder für sich. schlafschau in offene münder. wackeldackelanalogien.
vorgezeigte daseinsberechtigung. die begrüßung fällt einseitig aus. die eindimensionalität ist längst gewohnheit.
Author: sophie
den alltag in der hosentasche
„wie man sich die welt erlebt“ – so ein titel kann frau p. nur faszinieren, weshalb dieses buch bei entdeckung direkt in mein einkaufskörbchen respektive ins regal gehuscht ist. keri smith verspricht ein „alltasmuseum zum mitnehmen“.
alle fünf sinne
gerade in diesen tagen, wenn die sonne es schon so gut mit uns meint, setzt sich der frühling in unsere haut, auf lippen, zwischen die lider und steicht sich auf unsere seelenwände. kurzum: frühlingserwachen par excellence! nachdem ich letztes/dieses jahr die raunächte verpasst habe, möchte ich auf keinen fall auch noch das "poetische tagebuch der fünf sinne" verpassen, wie michaela so schön schreibt, und habe mir das lyrische frühlingserwachen ab dem 21.
nachdichtung: auf der suche nach der verlorenen zeit
eine übersetzung ist eine übersetzung, eine nachdichtung eine nachdichtung, mitunter aber bleibt von einem fremdsprachigen text nur noch der hauch einer ahnung... eigentlich wollte ich viel enger an prousts passage von un amour de swann aus à la recherche du temps perdu bleiben. aber die wörter wollten sich dann doch ganz anders reihen und zusammenstellen. so sind sie auf ihre art nun freunde geworden... fein. eine nachdichtung muss ja auch nicht immer eine nachdichtung bleiben - oder so...
kunstsommer 2014
„Was ist ein gutes Gedicht? Schwer zu sagen. Ein gutes Gedicht ist poetisch. Was ist poetisch? Ich würde sagen: Eine besondere Form von Anschaulichkeit.“
awwwwwwoooooowwwww oder: schreibnachtrevue
I am addicted to schreibnacht. könnte man sagen. in dem fall ist es absolut aktzeptabel, das i groß zu schreiben, denn einzelne buchstaben kommen mitunter ganz groß raus - vor allem in schreibnächten wie der gestrigen. wenn es um automatisch(es) schreiben geht. da werden klang, rhythmus, lautmalerei, silben- und buchstabentausch, oder die "verhackstückung" eines wortes in den mittelpunkt gerückt und zum medium. kurzum: das spiel mit der sprache meets poetry.
die gezähmte stille
es ist so viel stille in mir, habe ich neulich getwittert. und irgendwie habe ich das gefühl, als hätte ich diese stille zwischenzeitlich gezähmt. wie beim fuchs, der den kleinen prinzen bittet: "zähme mich". der fuchs erklärt dem kleinen prinzen, zähmen bedeute, sich vertraut zu machen. es bedeute, einander zu brauchen und füreinander einzig zu sein in dieser welt.
wir wohnen
in haut
falten am hals
hinter ohrläppchen
jasmin und bergamott und
unsere zwei kammern
tapeziert mit atem
zug um zug
näher noch
ganz
von raunächten und wünschen
die raunächte kamen und gingen. poesiefrei. dichterlos. mein dichterlos. leider habe ich es dieses jahr nicht geschafft, mir die zeit für den innenblick zu nehmen. sehr schade! meine aufmerksamkeit war auf vieles andere gerichtet und statt nun zu grollen und zu zweifeln, zu schmollen und mich zu ärgern, wie ich es ja sonst auch gerne mal mache, hake ich dieses jahr als neue raunachterfahrung ab. es geht ja weiter. das ist wichtig.
schreibnacht-text
es war eine wunderbare schreibnacht gestern zu johannes bobrowski (danke an michaela und ihre wunderbaren ideen und unterlagen!), auch wenn ich schon nach wenigen stunden die segel streichen musste - ich war einfach zu müde. dafür ist die nachlese umso schöner: viele kleine lesegeschenke in form grandioser dichtkunst. eine bewegende schreibnacht. mit zwei von meinen drei gedichten bin ich zufrieden. das letzte habe ich so stark gekürzt, dass es wirklich nur noch gerippe ist. oder anders gesagt: totverdichtet... nun denn.