#kuso16: im arbeitsprozess

mit einem orgelspiel starten wir in den dritten vollen tag des kunstsommers. uns werden fünfzehn verzauberte minuten vollen klangs geschenkt. macht. atem. schönheit. immer wieder ein seelenwandanstrich.

ab heute arbeitet jeder im kurs an seinen projekten. skizzen werden erstellt. stoffe werden gestapelt, sortiert, ausgelegt, weggelegt. papiere werden ergänzt, gerissen, geschnippelt. es geht los. meine erste vertexturlichung heißt leerland. zu einem text, den ich hier noch nicht gezeigt habe. ich stelle mir eine installation vor. mit stoffstücken und papier. an eine große fläche traue ich mich noch nicht heran. vielleicht gibt aber auch der text eine fläche nicht her. oder ich suche sie nicht. ich komme gut voran, aber lasse mich auch gerne von den arbeiten und prozessen der anderen ablenken. ein sehr umsichtiger austausch und umgang miteinander. wissen teilen als begabung. wir schätzen die unterschiedlichkeit, die jeder mitbringt. ich fühle mich wohl beim text/ilen. eine gute möglichkeit einer anderen materialebene. read more

#kuso16: kopf lastig voll leer

bassklarinette, saxophon und dazu lyrik – ein guter auftakt beim impuls am morgen und ein hineinbegleiten. ein hineingleiten in den tag.

gefühlt war gestern in der meisterklasse textil viel zuhören, viel passiv und wenig machen und tun. abends war der kopf voll und leer zugleich. es fällt mir schwer zu sagen, was ich wirklich gearbeitet habe. es ging viel um prozesse, arbeitsweisen, ein wenig sich in seinem sein und können wahrzunehmen, brainstorming und spielübungen, ein paar theorien, eine prozessbegleitung. alles gut. alles wichtig und erforderlich. und doch unbefriedigend, weil die hände schon in bewegung sein wollen. reißen wollen. drucken, stempeln, verbinden, kleben, sticken, nähen, kreieren. insofern hoffe ich auf den heutigen tag. um endlich nach aufwärm- und trockenübungen zu starten. read more

#kuso16: erste übungen, erste lesung

natürlich startet mein tag hier mit dem impuls am morgen in der klosterkirche. also der teil des tages, der nach der ersten meinzeit und dem blick nach innen folgt. das morgendliche knirschen auf dem weg in die kirche. klänge, die ich gerne aufzeichnen würde. für die momente zwischen den kunstsommerjahren. wenn ein rückbesinnen angebracht scheint. nach dem knirschen die stille. in der kirche der blick auf das überladene. das opulente. das ich nicht an jedem tag lange zeit ertragen kann. weil es schwer auf den schultern lastet. und schließlich musik und gesang. immer ein vergnügen. read more

#kuso16: vom vertrauten und von ungewohntheiten

zurück. mal wieder. immer und immer wieder möchte ich dieses ankommen feiern. jedes jahr verändert es sich. bringt das vergangene und das unmittelbar zurückgelegene mit. war das wirklich schon wieder ein jahr? natürlich. da waren menschen stimmen wörter texte kreatives in diesem einen jahr. da war abbruch aufbruch umbruch. ein neues tun.

also bin ich zurück. ich beziehe mein gewohntes zimmer. irgendwann muss ich erwähnt haben, dass wir uns angefreundet haben. das zimmer und ich. oder ich bekomme dasselbe, weil es die raumverteilung einfacher macht. egal, wie. wir sind zwei miteinander vertraute. read more

was ich euch noch erzählen wollte (teil 1)

am 30. juli startet der kunstsommer in irsee – zum 29. mal an sich und zum fünften mal für mich. ja: ich bin wieder mit dabei, und darauf freue ich mich schon sehr sehr sehr. auch wenn mich lyrik dieses jahr sehr gereizt hat und ich mich auch dafür beworben habe, so hat mich eine weitere meisterklasse noch mehr gereizt. ich habe mich beworben. sie haben mich genommen. ich bin glücklich. glücklich. glücklich. und sowas von aufgeregt.

so werde ich zum ersten mal in irsee nicht lyrisch an den start gehen, sondern mit der meisterklasse „textilkunst“ von und mit der meisterin mirjam pet-jacobs. read more

ankommen

nach dem kunstsommer wieder ankommen. mit allem gepäck und ideen. mit allem lärm und stille. die eindrücke stelle ich gemeinsam mit den koffern in den flur und betrachte sie im vorübergehen. wieder und wieder. ich nehme sie zur hand und stelle sie zurück. vieles darf noch ruhen. vieles spricht bereits in mit mir. wichtig werden die weichenstellungen im alltag sein. des alltags. damit alles seinen platz findet. nicht nur im flur neben den koffern.

#kuso15: die große nacht

der letzte tag in irsee. der kunstsommer geht zu ende. man kann nicht weiter darum herum reden. in den gängen zimmern und treppenhäusern huschen gestalten hin und her. laut leise überlegend lachend. die weiße wand wird zunehmend kunst. herausputz. es gibt abbauten aufbauten generalproben durchläufe abstimmungen kurzfristige planänderungen. alle tragen das besondere in sich.

um 17 uhr große versammlung im treppenhaus. es ist ja doch nur für sechs stunden. es ist ja doch für immer. wie in jedem jahr habe ich in momenten tränen in den augen, die eigentlich gar nichts mit mir zu haben. weil sich in diesen momenten die frage nach dem weiter und bittebitteja auf die seele legt. vielleicht gehört das zum großen finale dazu. read more

#kuso15: wandlung übergang verschieben

der sechste und letzte workshoptag. beim impuls am morgen eine mitlyrikerin mit texten und eindrücken einer woche lyrikklasse. dazu sopransaxophon. wundervoll. ein guter abschluss der morgenimpulse und eine starke vertretung der lyrik(er) in diesem jahr.

der letzte workshoptag ist geprägt von losen fäden. wir knüpfen häkeln und stricken und fügen alles zu einem ganzen zusammen, in das wir uns einhüllen und sagen: gut so. die letzten texte werden besprochen, die letzten textarbeiten vorgenommen. die letzten fragen geklärt. alles ist klar und alles bleibt offen. aber das kennen lyriker ja. das ist ihnen eigen. read more

#kuso15: eine übersetzung wird text

der fünfte workshoptag. der impuls am morgen startet mit textumlautmalung und eben – text. wundervoll das zusammenspiel von stimme und stimme, von inhalt und klang. „ich finde mich“, hieß es. ja. mochte ich antworten.

in der meisterklasse lyrik besprechen wir am morgen texte und am mittag übersetzungen von lewis carrolls „jabberwocky“. es gurgelte und gischte, gierte und graulte. wie geht man an eine übersetzung heran, wie nah wie weit wie rhythmisch gleich klanglich verwandt metrisch identisch soll sie sein? und von welcher art übersetzung sprechen wir überhaupt? literarisch mit anspruch, in einen kanon aufgenommen zu werden ähnlich wie das original? oder doch in einer über-setzung, einer nach-dichtung, einer ver-dichtung in die eigene ganz eigene ganz persönliche sprache – und damit ins empfinden, ins bebildern, ins erfühlen? ersteres reizt mich überhaupt nicht, finde ich allerdings bewundernswert und bin dankbar, dass es literarische übersetzungen gibt. das zweite ist für mich die art übersetzung, die mich verzaubert. wie übersetze ich einen text so, dass es mein text wird und sich trotzdem ein feines band zwischen beiden spüren lässt? in dieser woche habe ich einige ideen bekommen, neu an übersetzungen heranzugehen. read more

#kuso15: beeindruckungen

der vierte workshoptag. der impuls am morgen wird von mir und einem kollegen aus der fotografie-klasse gestaltet. er rahmt einen text mit seiner mundharmonika musikalisch ein. schöne klänge und zur abwechslung ein anderes instrument, das die sinne für neues öffnet.

in der meisterklasse führen wir unseren rhythmus fort und besprechen morgens bestehende texte zweier teilnehmer. nachmittags begeben wir uns dieses mal in eine andere art der übersetzung und zwar in einen medientransfer. wir teilen uns in die anderen meisterklassen auf – tanz, malerei, chor, graffiti – und verworten die eindrücke der anderen disziplin. ich wähle tanz und bin mal wieder beeindruckt von tempiwechsel, dynamik, eleganz, einer gewissen arroganz, von geschmeidigkeit und körperbeherrschung. schwierig, diesen gefühlen und eindrücken gerecht zu werden und wunderbar zu sehen, wie nah wir tanzschauenden uns mit den eindrücken in unseren entstandenen texten waren. read more