dudendichtung: einwachsen

heute morgen beim #earlypoem stolperte ich über das verb "einwachsen". und da ich über gestolperte verben gerne nachdenke, kam ich über kurz oder lang auf den dudeneintrag zum starken verb einwachsen und musste feststellen, a) wie viel poesie in diesem leider oft vernachlässigten oder negativ behafteten wort und b) wie viel poesie im duden steckt. also: ab in die meinzeit und dudengedichtet. vielleicht ist das eine neue reihe oder nur eine einmalige dichtung... alles darf, nichts muss.

über kreativität, meinzeit und schwammzeit

in den vergangenen und in diesen wochen habe ich sehr viel über kreativität gelesen und über die schönheit von raum und leere. ich merke, dass vor allem die themen raum, leere, das dazwischen, die stille, die ruhe in gedanken und das daraus er/schaffen mich sehr beschäftigen und mich gut begleiten. wie wird kreativität gefördert, wie kommt sie zustande, wie können wir sie in unser leben lassen –für ideen raum schaffen und diesen raum entsprechend gestalten? spannende fragen und schön, sich damit überhaupt in meiner zeit auseinanderzusetzen.

ein text aus der schreibnacht

das war eine ganz feine schreibnacht am 27. juni mit michaela von unternehmen lyrik und den mitdichterinnen. wundervolle gedichte sind reihum entstanden. das thema waren "tiere im gedicht", und auch wenn ich sonst selten tiere einbinde (meine ich jedenfalls, aber vielleicht wäre es wert, meine texte daraufhin nochmals neu zu lesen), so war es eine freude, ihnen an diesem abend bewusst mehr beachtung zu schenken.

nachdichtung von rimbaud: sensation

empfindung
an blauen sommerabenden begehe ich wege
an deren saum weizennähte und das grün unter mir

ich träumer, ich fühle die frische
an meinen beinen meinen kopf
lasse ich im wind baden

ich spreche nicht ich denke nicht
doch liebe ich fühle endlose liebe
meiner seele raum einnehmen

ich gehe weit sehr weit zigeunerweit
durch die natur, glücklich
wie mit einer frau

©sophie paulchen; nachdichtung von rimbauds "sensation"

was mir nachts so einfällt

vieles geht mir gerade durch den kopf. und was sich in und aus der schwammzeit herausgelöst hat, werde ich kommende woche mal in einem blogeintrag zusammenfassen. es zumindest mal versuchen. heute gibt es jedoch für euch einen einblick in ein paar gedanken meiner letzten nacht. dunkel sind manchmal die worte in einem sonst gerade so hellen sein. und da weiß ich wieder: die nacht gehört zum tag, auch wenn sie mal länger oder kürzer ist. und: in den wenden des sommers und des winters liegt das vertrauen der zeit. und: gedanken nehmen unseren raum ein und wir stecken irgendwo dazwischen fest.

in die schwammzeit eintauchen

schwammzeit ist lese/schau/lern/wunder/impuls/hör/atemzeit. aufsaugen. sich anreichern mit dem was man sonst passieren lässt. an sich vorbei. schwammzeit: ein wort, das ich für mich geschaffen habe, um eine zeit zu benennen, in der ich zulasse. in der ich wenig selber mache oder schaffe. es zumindest nicht beabsichtige. wenn etwas kommen darf, kommt es. wenn es nur ein aktives aufsaugen ohne eigene wiedergabe ist, dann ist das sehr okay.

Schon wieder vorbei

So schnell vergehen 31 Tage, und ein vierter #frapalymo (Frau Paulchens Lyrik Monat) geht zu Ende. Danke, danke, danke euch allen, die ihr mitgedichtet, mitgelesen, impulsiert und unterstützt habt! Genau das macht so ein Projekt aus. Tausend Dank!
Ich finde, es sind auch dieses Mal wieder großartige Texte entstanden; ein paar dürfen vielleicht noch ruhen oder werden zu einem späteren Zeitpunkt angepasst, aber es sind wirkliche Juwelen dabei und nicht zu knapp. Richtig toll!